Geschichte

DIE ENTSTEHEUNG DES HISTORISCHEN GRIMSELSCHIESSEN

Zum Gedenken an die Schlacht auf dem Grimselpass, welche am 14. August 1799 zwischen den Franzosen und den Österreichern geschlagen wurde. Entstand im Jahr 1998 die Idee einer 200 Jahr Gedenkfeier. Unter anderem waren der damalige Gemeindepräsident von Guttannen Joseph Häfliger sowie der Historiker Dr. Jürg Stüssi an der Planung beteiligt.

Am 14. August 1999 fand so auf der Grimsel eine denkwürdige Feier mit vielen geladenen Gästen und den beteiligten Kriegsparteien statt.

Zur Ergänzung dieser Gedenkfeier, wurde durch die Feldschützen Guttannen ein Schiessen auf einem Feldstand mit 8 Scheiben in Guttannen organisiert. Teilnehmer waren die Gäste und die Schützengesellschaften aus dem Haslital. Nebst den Militärattachés schoss auch eine Vertretung aus England mit.

Damit das wichtige Ereignis an der Grimsel vor über 200 Jahren nicht mehr Vergessen wird, ist für die Weiterführung eines Gedenkschiessen im Januar 2000 die Grimselkommission gegründet worden.

Am 14. August 2000, fand unter einfachen Bedingungen mit 27 Gruppen das erste Grimsel-Gedenkschiessen statt. Der Anlass fand große Zustimmung und entwickelte sich von Jahr zu Jahr immer mehr. Von 27 Gruppen im Jahr 2000 erhöhte sich die Anzahl bis heute (2023) auf 65 Gruppen.

So wie sich der Anlass von Jahr zu Jahr entwickelte, musste auch die Infrastruktur laufend erweitert und angepasst werden. Als erstes wurde ein kleines Festzelt beschafft, später wurde eine Wasserversorgung eingerichtet und dann musste die Scheibenzahl auf 16 erweitert werden. Zudem wurde eine Stromversorgung erstellt. Als das kleine Festzelt nicht mehr genügte, wurde das Festzelt auf die heutige Größe erweitert. Am Schiessplatz ist eine kleine Wirtschaft errichtet sowie die Wasserversorgung und Feuerstelle erweitert worden.

Seit 2015 trägt das Grimselschiessen den Status „Historisch“ und im Jahr 2019 ist die Grimsekommission durch den neu gegründeten Verein historisches Schlachtgedenkschiessen an der Grimsel (VHG) nach ZGB  Art.60 ff abgelöst worden.

Besondere Ereignisse

  • Anfangs gab es noch keinen Strom für die Beleuchtung vor Ort und so musste das Absenden mit einsetzender Dunkelheit stattfinden. Die Gruppe SG Beringen von Schaffhausen brachte daher (bei der 2. Teilnahme) das Licht in Form von Öllaternen selbst mit. Sie waren damit die einzigen die nach dem Absenden am Tisch Licht hatten! Es wird erzählt, dass die Lampen an diesem Abend noch lange im Einsatz gewesen sind.
  • Im Jahr 2004 wurde am Abend des 12. August durch eine Gewitterböe das komplette Festzelt aus den Verankerungen gerissen und zerstört. Zum Glück kam niemand zu Schaden! Unter großer Solidarität von Feriengästen und der Bevölkerung, wurde es möglich, dass am 13. August um 20.00 Uhr wieder ein komplett eingerichtetes Festzelt aufgestellt war.      Am 14. August 2004 fand das Grimselschiessen ohne weitere Störung satt.
  • Im Jahr 2010 musste das Grimselschiessen infolge eines Murgangs im Spreitgraben und der damit verbundenen Sperrung der Grimselstrasse abgesagt werden. Alles war bereits eingerichtet!!
  • Im Jahr 2013 wurde mit freiwilligen Helfern das verschüttete Versteck vom Käse im Sommer 1799 freigelegt und für die Besichtigung zugänglich gemacht.
  • Im Jahr 2014 wurden die im Sommer 1799 an der Handegg beschossenen Käsespeicher auf die Spuren von Schusslöcher untersucht. Bei einem der Speicher konnte noch eine französische Kugel vom Karabiner de Versailles Modell 1793 Kaliber ca.14 mm in der Wand gefunden werden. Der Beschuss der Käsespeicher an der Handegg, muss vermutet werden, dass es zwischen einer österreichischen Feldwache und der französischen Aufklärung zum Schusswechsel kam.
  • In den Jahren 2014 und 2016 wurden auf dem Grimselpass in den Stellungen der Österreicher (Chrizegg, Nassboden und Twäregg) Kugelfunde gemacht. Vor allem Kugel vom französischen Karabiner de Versailles Modell 1793. (Die Grenadiere waren mit dem Karabiner de Versailles ausgerüstet)
  • Im Jahr 2020 musste das Grimselschiessen wegen der Covidpandemie abgesagt werden.